Über 100 Jahre Turngemeinde „JAHN“ Linz-Lustenau

Wer immer in den Annalen dieser Turngemeinde zu graben hat, stößt unmittelbar auf die kostbare Hinterlassenschaft von Turnbruder Ernst Gilhofer, dem einstigen Obmann in bewegten Zeiten, dem präzisen Chronisten und leidenschaftlichen Archivar der Turngemeinde, die sein Leben war.

Die nachfolgende Chronik ist eine gekürzte Wiedergabe der Festschriften zum 70., 80. und 85. Vereinsjubiläum von Tbr. Ernst Gilhofer und Tbr. Hermann Heinze.

1903  Die Gründungsversammlung der Turngemeinde „JAHN“ fand am 10. Dezember in Petermandl's Gasthof in der Hahnengasse statt. Die gewählte Vereinsführung (Obmann Sepp Melichar, Schriftwart Anton Kaufmann, Turnwart Georg Obermüller, Zeugwart Robert Damberger, Beirat Ernst Gilhofer) beschloss den Beitritt zum „Deutschen Turnerbund 1889“.

Die turnerische Tätigkeit begann am 30. November 1903 mit einer Turnstunde in der Turnhalle der Handelsakademie mit 38 Turnern.

Nun zu den Persönlichkeiten des Turnrates:

Sepp Melichar, Magister und Besitzer der Schutzengelapotheke auf der Promenade, stand unserem Verein von der Gründung bis 1921 und von 1923 bis 1924 als Obmann vor. Er war begeisterter Turner, sein Wirken strahlte weit über den Rahmen des Turnvereines hinaus. Er begann seine turnerische Laufbahn im Salzburger Turnverein und war in Wien Mitbegründer des Akademischen Turnvereines. Unter seiner Führung gewann die Turngemeinde sehr rasch in Linz sowie im ganzen Turnerbund an Ansehen.

Sepp Melichar war ambitionierter Ruderer und ist als einer der Ersten mit dem Kanu von Innsbruck nach Linz gefahren.

Der „Giftgadern“, ein originelles Lokal im Hinterzimmer seiner Apotheke, war Treffpunkt der geistigen Elite aus Linz. Künstler, Schriftsteller, Wissenschafter und Politiker trugen sich im Gästebuch des „Giftgaderns“ ein. Beim Betreten wie beim Verlassen des Giftgadern hatte jeder Besucher eine von der Decke herabhängende Hand zu drücken und konnte so, ohne die anwesende Gesellschaft zu stören, Platz nehmen  und am Gespräch teilhaben. Sepp Melichar war ein geistvolles, humorvolles Original. Der Dichter Paul Keller bezeichnete den Giftgadern in seiner Novelle „Altenroda“ als die „verrückteste Trinkstube der Welt“.

An das Ehrenmitglied und den Ehrenobmann Melichar erinnert uns eine Gedenktafel am Jahnheim in Kirchschlag.

Anton Kaufmann, erster Schriftwart, war erfolgreicher Kaufmann und Sieger beim volkstümlichen Wettkampf beim Bundesturnfest 1907 in Innsbruck. Nach seiner Übersiedlung nach Wels übernahm Felix Gruber dieses Amt. Er startete die ersten bescheidenen Versuche, ein Vereinsmitteilungsblatt herauszugeben.

Alexander Heinze, ebenfalls Gründungsmitglied, übernahm nach dem ersten Weltkrieg das Amt des Schriftwartes und führte dieses bis 1927. Unter seiner Schriftleitung entstand ein monatlich erscheinendes Blatt, im damaligen Turnerbund noch eine Seltenheit. Alexander Heinze hat bei zahllosen Veranstaltungen die Geschehnisse in der Turngemeinde „Jahn“ in launischen Versen zu Gehör gebracht. 1963 erhielt Tbr. Heinze die Ehrenmitgliedschaft.

Georg Obermüller, eben vom Wehrdienst als Einjährig-Feiwilliger zurückgekommen, wurde erster Turnwart der Turngemeinde. Er war ein ausgezeichneter Geräteturner, begeisterter Bergsteiger, Schiläufer, Schwimmer und Eisläufer. Nach seiner Anregung entstanden vor dem 1. Weltkrieg die Bergturnfeste auf dem Gahberg. Auf seiner Grundlage haben die Turnwarte Hans Mislik und Karl Rohrhofer vor dem 1. Weltkrieg, und nach diesem Lois Schmidt und Max Standler weitergebaut.

Gründer Hans Kirchmeier war schon im 1. Turnrat Säckelwart bis 1919, dann Dietwart, 1922 Obmann-Stellvertreter und von 1924 bis 1937 Obmann der Turngemeinde. Er war Turner und extremer Bergsteiger, auch einer der ersten Schiläufer in unseren Landen. Als Handelsangestellter war er führend im Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband tätig und einer der Vorkämpfer für die Sonntagsruhe im Handel. Im 1. Weltkrieg stand er als Artillerist an der Front. Die Glanzzeit der Turngemeinde fiel in die Zeit seiner Obmannschaft. Unter ihm wurde das Grundstück Prinz-Eugen-Straße, sowie durch die Schiriege der Grund in Kirchschlag angekauft und das erste Jahnheim errichtet.

Zur Erinnerung an Ehrenobmann Kirchmeier wurde beim Jahnheim eine Eiche gepflanzt.

Robert Damberger, Goldschmied von Beruf, erster Zeugwart, hat sich vor allem als Bergsteiger einen Namen gemacht. So ist der „Damberger Turm“ im Gosaukamm nach ihm benannt. 1906 erstieg er zusammen mit Hans Kirchmeier erstmals die Spitzmauer-Ostwand, 1911 folgte die Erstbesteigung der Priel-Nordostwand und zusammen mit Tbr. Heinz Karning die Erstbegehung der Schermberg-Nordwand über die Linzer-Route. Im 1. Weltkrieg war er im bayrischen Leibregiment. Vor Arras wurde er schwer verwundet, auch die letzten großen Angriffsschlachten im Westen 1918 machte er mit.

Hermann Gilhofer gehörte seit 1903 dem Turnrat an, erst als Beirat, ab 1906 als Obmann-Stellvertreter. 1921 wurde er Obmann und führte 1923 die Jugend des Vereines zum 1. Bundesjugendtreffen nach Graz. Schon früh holten sich auch die Oberverbände (Gau bzw. Kreis) Tbr. Gilhofer zur Mitarbeit. Ein tückisches Leiden aus dem 1. Weltkrieg beendete viel zu früh sein Leben.

Alois Schmidt war seit 1905 Mitglied der Turngemeinde „Jahn“. Vor dem 1. Weltkrieg als Wettturner, Vorturner und Turnwart tätig, fiel ihm der Wiederaufbau des Turnbetriebes nach 1919 zu. 1922  wurde  er  auch  Gauturnwart  des Donauturngaues bzw. Festturnwart beim 1. Bundesturnfest in Linz. Während des 2. Weltkrieges war Schmidt in Steyr beschäftigt. 1952 rettete er einen Jungen aus den kalten Fluten der Enns. Die Lungenentzündung, die er sich dabei zuzog, machte diesem Turnerleben ein Ende.

Die erste große Tat des reinen Männerturnvereins war die Schaffung eines Jahndenkmals im Linzer Volksgarten, das am 1. Oktober 1905 enthüllt und von Bürgermeister Dr. Eder in die Obhut der Stadt Linz übernommen wurde.

Karl Rohrhofer wurde 1907 beim  Bundesturnfest in Innsbruck Bundesturnfestsieger im Allkampf (12-Kampf). 1911 in Ried und 1912 in Wels wurde von Tbr. Rohrhofer zusammen mit Emil Förster das Vereinswettturnen im Turnerbund eingeführt.

Beim Bundesturnfest in Eger 1913 überbrachte die Turngemeinde einen Gedenkstein aus der Kürnburg für den Jahnmalhügel. Es war die letzte Turner-Heerschau vor dem Krieg.

1905  Gründung des zweiten Standbeines unserer heutigen Turngemeinde „Jahn“ Linz-Lustenau. Die Katastralgemeinde Lustenau war ein Wohn- und Industriegebiet im Süden und Osten der Stadt Linz. Ihre Grenzen: im Norden die Kaiser Franz Josef Westbahn, im Osten die Donau, im Süden St. Peter und Kleinmünchen, im Westen die Wiener Reichsstraße. Eine Reihe von Turnern aus Lustenau turnten bereits seit Jahren im TV Linz 1862 in der Prunerstraße. 1902, beim großen Kreisturnfest in Linz, konnten drei Turnbrüder aus Lustenau den Wettkampf mit einem Siegerkranz ehrenvoll beenden. So wurde der Ruf nach einem eigenen Turnbetrieb in der Vorstadt immer lauter. Dieser Wunsch fand auch die Förderung des damaligen Obmannes des TV Linz, Tbr. Helletzsgruber. Am 13. Mai 1905 fand die Gründungsversammlung des Turnvereines Linz-Lustenau statt, und folgender Turnrat wurde gewählt: Obmann Eduard Schille - Kaufmann, Obmann-Stv. Johann Grüner - Oberlehrer, Schriftwart Franz Mühlberger - Fleischhauer, Säckelwart Franz Mühlberger - Maschinist.

Der Verein gehörte noch dem Stammverein Linz 1862 an. Am 14. Juni 1905 wurde auf dem Gelände des Stahlradklubs die erste Turnstunde abgehalten. Im Winter turnte man in Stoll's Gasthaus „Zur Stadt Salzburg“. 1907 durfte man in die Raimundschule übersiedeln. Eine Turnerinnen- und Mädchenabteilung konnte gegründet werden.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges zählte die Männerabteilung 40 Turner; 33 davon wurden zum Wehrdienst eingezogen, 7 Turnbrüder sind gefallen.

1918  am 18. Dezember trafen sich 17 Frontsoldaten zum ersten Heimkehrertreffen, darunter auch Adolf Dorninger, hoch dekoriert: zweimal silberne Tapferkeitsmedaille, einmal bronzene Medaille, dem Karl-Truppenkreuz und der Tiroler Landesverteidigungsmedaille. Er zählte zu den eifrigsten Turnern seines Vereines, dem er seit 1913 angehörte. Seit 1923 war sein Name als turnerischer Leiter und späterer Obmann untrennbar mit den Geschicken von Linz-Lustenau verbunden. Seine Verdienste um den Zusammenschluss mit der Turngemeinde Jahn kommen noch zur Sprache.

1967 wurde Adolf Dorninger Ehrenobmann der Turngemeinde.

Unvergessen bleibt auch der Einsatz der Turnwarte Lorenz Hilinger und Heinrich Peschta in der erfolgreichen Führung der Turnerinnen und der Jugendabteilungen sowie von Tbr. Cantzler, in dem der Verein einen wahrhaften Förderer und Idealisten hatte, der auch die Kosten der Vereinsfahne (1921) übernahm.

1919  Nach dem ersten Weltkrieg kam das turnerische Leben relativ schnell in Schwung, und am 7. September  vereinigten sich die bestehenden Turnverbände: der „Turnkreis Deutsch-Österreich“, der Deutsche Turnerbund 1889, der Verband „Alldeutscher Turnverein Arndt“ und der „Wiener Akademische Turnverein“ zum „Deutschen Turnerbund 1919“. Ort des Geschehens war der Bildersaal des Kaufmännischen Vereinshauses in Linz. Jetzt hatte sich auch der TV Linz-Lustenau vom Stammverein 1862 gelöst und wurde als selbständiger Verein unter Obmann Tbr. Leopold Gerstner Mitglied des Turnerbundes. 

1925  wurde zu einem der Höhepunkte in der Geschichte des TV Linz-Lustenau. Der lang gehegte Wunsch nach einem eigenen Sommerturn- und Spielplatz ging in Erfüllung. Es bot sich eine günstige Gelegenheit, in der Nähe der Schulturnhalle in der Hamerlingstraße ein 5.756 m2 großes Grundstück zu erwerben. Auf diesem stand auch ein Stadl, der als Geräte- und Umkleideraum Verwendung finden konnte. Der Kaufpreis betrug damals 19.450,-- Schilling, ein sehr hoher Betrag für den Verein. Mit einem Kredit und den vielen Spenden der Turnmitglieder und aus Kreisen der Bevölkerung von Lustenau konnte das Grundstück gekauft werden. Turnschwestern und Turnbrüder gingen mit Schaufeln, Krampen und Scheibtruhen an die Arbeit, um daraus einen Turnplatz zu schaffen. Im Winter wurde noch zusätzlich ein öffentlicher Eislaufplatz angelegt, um Gelder für die Rückzahlung der Schulden hereinzubringen. Die feierliche Eröffnung mit einem groß angelegten Programm, Wettturnen aller Abteilungen sowie Gesangs- und Volkstanzdarbietungen, fand vor etwa 600 Besuchern am 10. Mai 1925 statt.

1922  Nochmals blenden wir auf das erste Bundesturnfest in Linz zurück. Unser Oberturnwart Schmidt war als Festturnwart für den Gesamtablauf verantwortlich. 20.000 Turner marschierten im Festzug durch die Straßen von Linz, stürmisch bejubelt von der Bevölkerung; 6.000 Turner turnten die Freiübungen auf dem Trabrennplatz. Zum Abschluss des Festes zog ein Gewittersturm über die aufmarschierte Turnerschar hinweg, der die Träger von hunderten Fahnen zwang, ihre Fahnentücher einzurollen und zu bergen. Nur die U-Bootflagge des Turnvereines „Plauen“ hielt dem Sturm stand. Diese Szene wurde vom damaligen Bundesdietwart Zenker in einem Ölbild festgehalten, das durch glückliche Fügung nach dem 2. Weltkrieg in unseren Besitz kam und das Dienstzimmer im Jahnheim ziert.

1927  konnte die Turngemeinde „Jahn“ durch Vermittlung von Tbr. Fritz Rigele, Notar und Alpinist, an der Prinz-Eugen-Straße ein etwa 13.000 m2 großes Grundstück kaufen.

Diverse Eindrücke in Bildern aus dieser Zeit siehe rechts.

1932  im Sommer begannen die Arbeiten für das Jahnheim in Kirchschlag. Der Obmann der Schiriege, Tbr. Karl Starmayr, und viele Turnbrüder haben ihren Urlaub für Hilfsarbeiten eingesetzt. Tbr. Hans Schweiger machte damals sein Praktikum als Bauhochschüler. Mit der Eröffnung am 20. November ist besonders für die Schiriege ein Traum in Erfüllung gegangen.

1933  brachte die politische Entwicklung für den Deutschen Turnerbund tief einschneidende Auswirkungen mit brutalen Eingriffen in die Vereine und dem Verbot von Jugendabteilungen.

1938  brachte schließlich das stille Ende des Deutschen Turnerbundes und die Eingliederung in den Reichsbund für Leibesübungen.

Ebenfalls in diesem Jahr nahm unser Leistungsturner Gottfried Hermann an den Olympischen Spielen in Berlin teil.

1945  nach dem Ende des 2. Welt-krieges wurden der Deutsche Turnerbund und seine Vereine aufgelöst und die Vereinsvermögen beschlagnahmt. Zunächst war jeder Überlebende damit beschäftigt, das nackte Leben für sich und seine Familie sicherzustellen.

1947  fand ein erstes Zusammentreffen von Turnbrüdern in Golling statt: Matthias Kirchmeier, inzwischen in Salzburg, Fritz Danner - Linz 1862, Dr. Hermann Seidl - „Jahn“, Auwald - Graz, Langer und Dr. Hesse. Gegenstand der Besprechung waren erste Maßnahmen über die Wiedergründung des Turnerbundes und seiner Vereine sowie die Rückgabe des Vereinsvermögens.

Daraus entwickelte sich der so genannte „Siebenerausschuss“, der die Gründung des Österreichischen Turnerbundes vorbereitete. Die Tbr. Fritz Danner, Hermann Hammerstorfer und Robert Wieser vom TV Linz 1862, Tschw. Olga Fischer, die Tbr. Fritz Kowarschik, Dr. Hermann Seidel und Karl Starmayr von der Turngemeinde „Jahn“ schufen die Grundlagen, so dass am 22. Juli 1949 der „Allgemeine Turnverein Linz“ gegründet werden konnte.

1952  konnte am 6. Juli beim 1. Verbandsturnfest in Wels im Hans Sachs-Saal des Pollheimer Schlosses  der   Österreichische   Turnerbund   gegründet   werden.   Unser   Tbr. Dr. Hermann Seidel wurde zum ersten Bundesobmann gewählt.

1953  konnte nach langen, zähen, verdienstvollen juristischen Marathonläufen unserer Tbr. Dr. Seidel und Wührer die Wiedergründung der Turngemeinde „Jahn“ und die Rückgabe der Besitzungen erreicht werden. Tbr. Emmerich Standler lud am 17. April zu einer außerordentlichen Generalversammlung ein.

Am 20. September konnte im Rahmen einer Vereinswanderung das Jahnheim Kirchschlag in Besitz genommen werden. Tbr. Adolf Franzmayr war wieder zu Stelle, und das renovierte Haus konnte  für Bergturnfeste und Schitage zur Verfügung stehen.

Noch im selben Jahr, am 17. Oktober, konnte die Turngemeinde „Jahn“ den 50-jährigen Bestand im übervollen Bildersaal des Kaufmännischen Vereinshauses feiern. Zehn noch lebende Gründer wurden mit dem Goldenen Jahnring geehrt.

1956  erreichte der TV Linz-Lustenau die behördliche Genehmigung zur Wiedergründung nach mühevollen Verhandlungen der Tbr. Jäger, Reisinger, Jauernik, Sams, Welebny, Runge und Dorninger (dem auch der Aufbau einer Turnerinnenabteilung gelang).

1959  erlangte Linz-Lustenau dank der intensiven Bemühungen der Turnbrüder Dorninger Welebny, Sams und Dr. Wührer durch Schenkungsvertrag sein Eigentum,  den Sommerturnplatz in der Hamerlingstraße,  zurück. Im selben Jahr gründeten die Obmänner von „Jahn“ und „Linz-Lustenau“, Hermann Heinze und Adolf Dorninger, die Arbeitsgemeinschaft der beiden Vereine, aus der dann der Zusammenschluss erfolgen sollte.

Mit Tbr. Herman Heinze trat 1957 ein Angehöriger der zweiten Generation die Obmannschaft im Verein an. Seit seiner Kindheit turnte er durch alle Abteilungen des Vereines bis hinein in die Vereinsmannschaft, der er bei allen großen Veranstaltungen und Turnfesten angehörte. In der Schiriege übernahm er seine ersten Vereinsämter. Den 2. Weltkrieg machte er als Artillerieoffizier mit. 1949 zählte er zu den Mitbegründern des Allgemeinen Turnvereines Linz, in dem er 1959 Schriftwart und später Säckelwart wurde. Im Bemühen, in Linz ein gedeihliches Nebeneinanderwirken von „Allgemeiner Turnverein“ und den Traditionsvereinen herzustellen, schlug Tbr. Heinze seinem Verein das Arbeitsgebiet im Bereich der ehemaligen Lustenau vor und fand entsprechende Akzeptanz.

Weiters wurde 1959 der Freiturnplatz von Linz-Lustenau mit Mitteln der Turngemeinde „Jahn“ großzügig instand gesetzt und dem heutigen BRG Hamerlingstraße zur Mitbenützung angeboten. Dafür erhielt der Verein das Benützungsrecht an 5 Abenden in der Woche in der Schulturnhalle. Die Mittel für den Umbau des Platzes stammten vom Verkauf des Grundstückes Prinz-Eugen-Straße. Gleichzeitig fasste man den Grundsatzbeschluss zu einem Neubau des Jahnheimes in Kirchschlag.

1961  Tbr. Heinze musste  aus beruflichen Gründen Linz verlassen. Sein Nachfolger Sepp Niederdöckl führte den Verein bis 1964. Unter seiner Obmannschaft wurde das Jahnheim vollendet.

1962  konnte mit dem Gaubergturnfest das Haus seiner Bestimmung übergeben werden.

1964  Tbr. Niederdöckl übersiedelte nach Salzburg. Sein Nachfolger Tbr. Ernst Gilhofer war auch ein Mann der 2. Generation.

Eröffnung des Turnplatzes in der Hamerlingstraße.

1969  hatte sich die Arbeitsgemeinschaft zwischen den Turngemeinden „Jahn“ und „Linz-Lustenau“ so weit gefestigt, dass die Turnräte beider Vereine in Richtung endgültigem Zusammenschluss agierten.

Die Hauptversammlungen fassten den Beschluss, die Turngemeinden zur Turngemeinde „Jahn“ Linz-Lustenau zu verschmelzen.

1971  nahm erstmals die vereinigte Turngemeinde „Jahn“ Linz-Lustenau beim 4. Bundesturnfest in Linz am Vereinswettturnen teil. 

Die Turnerinnen und Turner  erreichten jeweils den 18. Platz von 33 bzw. 37 Vereinen. Die Leitung bei den Turnerinnen hatte Tschw. Charlotte Lenz-Csillag, bei den Turnern Turnwart Tbr. Alfred Edlmayr. Beide Vorturner stehen seither ohne Unterbrechung in hingabungsvoller Weise dem Verein zur Verfügung.

1972   In Kirchschlag fanden erstmals Sommerlager unter der Leitung von Helmut Aspernig und Charlotte Lenz-Csillag statt, die in diesem Jahr auch den 1. Platz bei den OÖ.Gymnastik- Landesmeisterschaften in der Mittelklasse erreichte.

1973   Erstmals musste eine Aufnahmesperre für Kleinstkinder und Jungtur-nerinnen ausgesprochen werden, da wöchentlich 60 - 80 Kinder den Turnsaal füllten. Erstes Seniorentreffen in Kirchschlag, betreut von den Turnschwestern  Edelstein, Franzmair und Lenz.

1974   trat Tbr. Ernst Gilhofer nach 10-jähriger Obmannzeit von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wurde Tbr. Hermann Heinze, der den Verein schon von 1957 bis 1961 geführt hatte. Er war inzwischen in Pension und von Wien nach Linz zurückgekehrt. Unter seiner Obmannschaft konnte sich die Turngemeinde einen langersehnten Wunsch erfüllen, ein eigenes Vereinsheim am Turnplatz.

1979   fand erstmals der gemeinsame Schiausklang in Ischgl statt, der bis heute ein fixer Termin bei allen  Schifahrbegeisterten  ist.

1980   am 31. Mai wurde unser Vereinsheim am Adolf-Dorninger-Turnplatz an der Hamerlingstraße seiner Bestimmung übergeben. Damit bekam der Verein nun auch „im Tal“ seinen Stammtisch für ein geselliges Beisammensein, für seine Seniorennachmittage (die bis heute regelmäßig stattfinden) und für die Arbeit mit der Jugend. Das 1930 von Beno Steller geschaffene Gefallenendenkmal des Tv. Linz-Lustenau fand wieder am Turnplatz eine  würdige Stelle.

1982  wurde nach einer Idee von Georg und Karl Welebny der erste Flohmarkt mit überraschendem Erfolg und zur besonderen Freude von Säckelwart Tschw. Irmgard Lenz abgehalten, der seitdem  in regelmäßigen Abständen immer noch stattfindet.

1983  nahmen wir erstmals an einer Jahnwanderung nach St. Thomas am Blasenstein teil, Initiator und  Organisator ist bis heute unser Wanderwart Dietmar „Fips“ Enzenhofer .

1984  stand im Zeichen der Hofübergabe. Unser Obmann Tbr. Hermann Heinze legte dieses Amt nach 14-jähriger Tätigkeit zurück, um jungen Kräften Platz zu machen. Sein Nachfolger wurde Tbr. Reinold Müllner, der einer alten Lustenauer Turnerfamilie entstammt.

Ein schönes  Einstandsgeschenk war für ihn der Sieg im Wimpelwettstreit beim 3. Bundesjugendtreffen in Tamsweg.

1990  wurde erstmals eine Pfingstradtour von Dietmar Enzenhofer  geplant.

1995  lag die Umsetzung des Turnratbeschlusses zur Anschaffung einer neuen Fahne bei Tbr. Richard Heinze in besten Händen. Am 24. Juni in Kirchschlag, im 90-sten Jahr des Turnvereines Lustenau, wurde in einer würdigen Feier von Tbr. Richard Heinze die Fahnensymbolik nochmals erläutert. Anschließend wurde die neue Fahne von der Fahnenmutter Irmgard Lenz an die aktive Turnerschaft - vertreten durch Tschw. Margot Kranzlmüller-Loos und Tbr. Helmut Wimmer - übergeben mit den Worten: „Ich übergebe euch Beiden als Vertreter der Turnerschaft und der jüngeren

Generation diese Fahne zu treuen Händen. Wir wissen, dass für unsere Nachfolgegeneration Vereinstreue und Verantwortung keine leeren Worte sind“. Schon einen Monat später trug Tbr. Helmut Wimmer diese Fahne beim 11. Landesturnfest in Ried.

1998 erforderte der Neubau der Hamerlingsturnsäle die Verlegung des Turnbetriebes ins Lentia 2000.

2000  kehrten wir nach fast zweijährigem Asyl  in die neuen Turnsäle der Hamerlingschule zurück und feierten dies mit einem fulminanten Eröffnungsschauturnen mit modernster Licht- und Tontechnik.

Ebenfalls wurden in diesem Jahr die Sanitärräume und die Terrasse im Jahnheim generalsaniert.

 

Ende